Freitag, 17. Juli 2015

Tag 30 Ramadan, eine Christin im muslimischen Fastenmonat

 
Ich habe es wirklich geschafft! Zuckerfest ist heute, doch damit kann ich wenig anfangen!
 
Natürlich wurde mir auch darüber ausführlich berichtet. Von Familie zu Familie wird gepilgert und überall wird Süßes angeboten und natürlich gegessen. Unmengen! Das ist nun wirklich nichts für mich, doch habe ich mir Nüsse mit Schokolade überzogen besorgt, denn die mag ich gerne und ich wollte unbedingt ein paar Kugeln Eis schlecken.
 
Weder die Nüsse, noch das Eis hab ich genossen. Mein ältester Sohn hat mich zu einem Vitamindrink in der Stadt eingeladen und der war so herrlich, dass ich gar nichts mehr anderes Süßes wollte.
 
Nachdem ich gestern noch ausgiebig gegessen hatte und heute morgen, wie jeden morgen mein Gewischt checkte bin ich zu einer tollen Personenwaagebesitzerin geradelt und habe dort erfahren, dass ich 4,8 kg und 2% Fett verloren habe. Ja, auch habe ich den Ramadan nicht gemacht um Abzunehmen ist es schon schön zu sehen, dass ich Gewicht verloren habe. :)
 
Ich wollte ein besonderes Abendessen und so gab es Fisch in allen möglichen Variationen, mit Couscous, Zucchini und selbstgemachte Pommes Frites. Es war herrlich!
 
Irgendwie ist es eigenartig unter Tags zu Essen. Am meisten habe ich getrunken, Wasser. Es war heute recht heiß und mit dem Rad überall hin zu strampeln macht durstig und müde.
 
Der Ramadan ist vorbei!
 
3 Tage wird nun gefeiert!
 
Ich habe es wirklich geschafft, habe durchgehalten und fühle mich gut. Ich bin glücklich und fühle mich gesegnet. Muss noch alles ein wenig sortieren, was ich erlebt habe.
 
Jetzt wird nicht mehr Abends gegessen. Irgendwie ist das zu meiner Zeit geworden. Ich konnte in aller Ruhe speisen, wurde nicht gestört und hatte Zeit für mich. Das einzig Unangenehme war mit vollem Bauch zu Bett zu gehen. Doch auch daran hab ich mich solala gewöhnt.
 
Anstatt Abends wird morgen Früh wird mein Magen knurren, A.-Alexandra
 

Donnerstag, 16. Juli 2015

Tag 29 Ramadan, eine Christin im muslimischen Fastenmonat


 
Der letzte Tag, an dem ich Abends im dunkeln esse und mit vollem Bauch zu Bett gehen werde!
 
Auch heute wurde ich wieder einmal gefragt, was mir das Ramadan-Fasten gebracht hat? Warum ich es tu und ob ich es nächstes Jahr wieder machen werde? Diese Fragen höre ich immer wieder. Ich werde sie morgen beantworten. Heute habe ich noch Hunger und kann mich nicht mehr so gut konzentrieren. Manchmal ist es schwer, wenn der Bauch sich immer wieder meldet.
 
Heute will ich Abends das letzte Mal mit Genuss essen. War extra im Supermarkt um mir Kirschen, Wassermelone, Weintrauben und Nektarinen zu holen. Die Harira, von gestern, wartet schon auf mich und ich habe noch hartes deutsches Brot zum eintunken.
 
Gestern habe ich Freunde mit österreichischer Küche bekocht. Es war mir wirklich ein Vergnügen kleine Wiener Schnitzel und Champignons zu panieren und heraus zu backen, dazu einen Erdäpfelsalat. Als Nachtisch gab es Apfelstrudel, den ich zum Glück schon am Vortag gemacht habe. Die typisch marokkanische Suppe und Datteln, sowie Honighäppchen wurden mitgebracht. 
 
Ja, es hat gemundet und es ist fast alles gegessen worden. Heute Vormittag konnte ich noch eine andere Freundin mit ein paar Bissen beglücken.
 
Ich bin dankbar und glücklich auch die Möglichkeit gehabt zu haben andere an meinen Tisch zu bewirten. Zwar nicht mit traditionellen türkisch, oder marokkanischen Speisen, aber mit Gerichten die sie nicht kennen.

Heute Abend wird verkündet, ob morgen wirklich der letzte Tag des Ramadan ist. Wenn ja, dann ist morgen Zuckerfest, dann hat es sich "ausgefastet"!

Auf morgen, A.-Alexandra
 

Mittwoch, 15. Juli 2015

Tag 28 Ramadan, eine Christin im muslimischen Fastenmonat


Gestern habe ich herrlich gegessen und heute werde ich hoffentlich gut kochen!
 
Die Speisen, die gestern aufgetischt wurden waren wunderbar. Marie-Louise und ich sind einer Einladung gefolgt, die letzte Woche beim Essen der "Strahlenden" ausgesprochen wurde. So lieb finde ich es immer wieder von anderen eingeladen zu werden und auch immer wieder anderes Essen zu probieren.
 
Auch hier wurde zwischen den verschiedenen Gängen gebetet. Auf einmal zieht sich die Frau des Hauses zurück, hüllt sich in ihr Kopftuch, legt ein Tuch auf den Boden und beginnt ihr Gebet in all dem Trubel der gerade herrscht. Etwas passiert aber und auf einmal wird es still. Gespräche verstummen. Ich konnte im Fenster die Umrisse der verschiedenen Gebetshaltungen sehen und fand das wunderschön.
 
Heute ist Mittwoch, heute werde ich Freunde verköstigen mit Wiener Küche. Ich bin aufgeregt und hoffe, dass mir der Erdäpfelsalat gelingt, denn kosten darf ich ja nicht. Ich habe Hühnerfleisch und Champignons besorgt die ich panieren will. Kleine Portionen sollen es sein, damit jeder wenn gewünscht mit den Händen essen kann.

Eineinhalb Stunden habe ich geschlafen, jetzt fühle ich mich besser, viel besser.
 
Ich bin aufgeregt und muss jetzt an die Arbeit. A.-Alexandra

Samstag, 11. Juli 2015

Tag 24 Ramadan, eine Christin im muslimischen Fastenmonat

 
Oh, wie war es doch herrlich gestern! Wir Frauen und Kinder haben soviel gelacht beim gemeinsamen abendlichem Fastenbrechen. Marie-Louise hat sich so willkommen gefühlt und hat das Essen sichtlich genossen.
 
Traditionell wurde das Fasten mit einer Dattel und einem Glas Wasser gebrochen, danach folgte ein Avocado-Bananen-Milch-Shake, eine Harira und Wasser-, Honigmelone und Kirschen.
 
Danach haben die Frauen und älteren Kinder sich verhüllt, ein dickeres Tuch gegen Osten ausgebreitet und ihre Gebete gesprochen. Der Junge des Hauses, der mit seiner Schwester am Fastenüben ist hat sein Gebet laut gesprochen in dieser fast singenden Art. Wunderschön um anzuhören. Es wurde im Wohnzimmer gebetet, danach ging es essend weiter.
 
Es gab Börek mit Spinat und Schafskäse gefüllt. (Ich liebe Börek, einer meiner Tanten aus der Vojvodina hat immer wieder Börek gemacht). Dann gab es noch Wraps mit Hühnerfleisch, Käse und Gurken und Teigtaschen mit Fleisch gefüllt.
 
Marie-Louise hat für den Nachtisch gesorgt, der mit süßem marokkanischem Tee eingenommen wurde.
 
Zum Glück waren wir mit den Fahrrädern unterwegs und haben so gleich ein wenig an Völlegefühl abgestrammpelt. Als ich um 1 Uhr ins Bett gefallen bin, war ich glücklich satt und dankbar so liebe Menschen zu kennen.
 
Mit meinen 3 Jüngsten hatte ich heute eine wunderschöne Aktivität. Organisiert von der Primarvereinigung (unsere Kinderorganisation der Kirche) vom Pfahl Rotterdam in den Drunense Duinen. Die Kinder haben in verschiedenen Aktivitäten Gleichnisse die Jesus erzählt hat, oder Ereignisse die er erlebt hat mit all ihren Sinnen nachleben dürfen. Ich hatte 3 eifrige Forscher und war überrascht wie Vienne bei allem mitmachte.
 
Jesus ist der Mittelpunkt meines religiösen Lebens. A.-Alexandra

Freitag, 10. Juli 2015

Tag 23 Ramadan, eine Christin im muslimischen Fastenmonat


Ich bin noch immer mit meinen Gedanken in der Moschee. Eine meiner Freundinnen, die den Namen einer Tochter Mohammads trägt, der "die Leuchtende“, "Strahlende" bedeutet, hat mich heute zum Mittagsgebet in die Moschee hier in 's-Hertogenbosch mitgenommen.
 
 
Vor 16 Jahren war ich das erste Mal in einer Moschee, in einer ganz besonderen in Jerusalem. Ich habe den Felsendom besucht, der eigentlich nicht Moschee genannt wird sondern Schrein. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Nach der islamischen Tradition soll Mohammed von diesem Felsen aus in den Himmel aufgenommen worden sein und seine Begegnung mit den früheren Propheten des Judentums und Jesus angetreten haben.Vor dem betreten des Domes habe ich mich an öffentlichen Wasserstellen gewaschen.
 
Diesmal habe ich mich Zuhause gewaschen, den nur gewaschen sollte eine Moschee betreten werden. Gesicht, Hände und Arme und zuletzt die Füße. Socken eingesteckt, den es sollen keine nackten Füße gezeigt werden. Sie hat mich in eines ihrer Kopftücher gehüllt. So hab ich mich noch nie gefühlt. Zwar weiß ich wie es ist ein Kopftuch zu tragen, aber nicht auf diese Art und Weise.
 
 
In der Moschee angekommen haben wir unsere Schuhe ausgezogen und auf in eines der Regale gelegt, schnell die Socken an und sind zu den verhüllten Frauen in den Gebetsraum gegangen. Alles sitzt auf einen wunderbar weichem Teppich. (So etwas hätte ich gerne zu Hause). Die Moschee wird mit dem rechten Fuß betreten und mit dem linken Fuß verlässt man sie wieder. Darauf habe ich geachtet. Jede Frau spricht ihre Gebete zu Gott. Die leise über ihre Lippen laufen, dazu werden Handzeichen und verschiedene Verbeugungen in denen sie innehält gemacht. Die die nicht beten tauschen sich noch aus, manchmal leise und andächtig, doch auch laut. (Das kenn' ich nur zu gut)
 
Nach einiger Zeit wurde eine Lesung gehalten natürlich in arabischer Sprache, alles war in der Sprache Mohammads. Dazu wurde unter anderem ein Zeichen gemacht, das Vergebung bedeutet. Die kann ich immer gebrauchen dachte ich.
 
Immer wieder habe ich mir die betenden Frauen angeschaut. Wie mache voll ehrerbiet, andere müde (wahrscheinlich vom Ramadan), manche schienen gelangweilt ihrem Vorbeter, Imam, folgen. Dieser Imam, hatte eine sehr eindringliche, forsche Stimme. Die Art wie er sprach lies bei jeder Endung eines Satzes mit Kraft gepresste Luft seinen Mund verlassen. Wenn ich nicht wüsste, dass er eine Lesung, mit den Gläubigen teilt, hätte ich gesagt, der "schimpft ein bisserl rum".
 
Später haben alle Frauen gemeinsam gebetet. Ich habe alle Zeichen nachgemacht und auch mit meiner verhüllten Stirn den Boden berührt. Noch nie habe ich mich so vor Gott verneigt. Noch nie hat meine Stirn im Gebet den Boden berührt. Kein Wort kam über meine Lippen. Ich war so beeindruckt. Das ich auch später im Auto nicht viel sprach, das Kopftuch ablegte und mich bedankte.
 
Heute Abend sind meine älteste Tochter und ich im Hause "der Strahlenden" zum Essen eingeladen. Sie macht ihrem Namen alle Ehre, den sie strahlt wie die Sonne. A.-Alexandra

Donnerstag, 9. Juli 2015

Tag 22 Ramadan, eine Christin im muslimischen Fastenmonat

 
Die gestrigen Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren und Melone waren herrlich! Natürlich habe ich auch noch einiges anderes gegessen, doch war es zu wenig wie ich heute Früh bemerkte.
 
In den letzten Tage erzählte mir meine Waage immer wieder, dass ich doch abnehme, was mich natürlich freut. Meine Zahnärztin hat mir ein Kompliment betreffend meiner Figur gemacht. Als sie dann noch hörte, sie ist auch Muslimin, das ich den Ramadan faste, war das das Thema während der ganzen Behandlung. Und ja, ich konnte ja nicht viel sagen, doch hörte ich ihr mit Freude zu, denn sie hatte vieles Interessantes zu erzählen.
 
Meine Zahnärztin ist eine ganz moderne Kopftuchlose gebürtige Istanbulerin. Das gute ist, wir können in so manchen Sprachen miteinander reden und sie weiß, dass ich Eitel bin und meine Zähne nicht die beste Qualität haben.
 
Heute habe ich schon vorgekocht. Eine Wintersuppe. Erstens ist mir noch immer kalt, obwohl es schon wärmer geworden ist. Erwtensoep, mag ich sehr, egal ob es Winter ist oder nicht.
 
Freu mich schon auf Morgen, den...... da werde ich die Moschee in unserer Stadt besuchen. A.-Alexandra
 
 

Mittwoch, 8. Juli 2015

Tag 21 Ramadan, eine Christin im muslimischen Fastenmonat


Regen, Regen, Regen. Es regnet fast den ganzen Tag und es ist kalt geworden. Eigentlich sollte ich glücklich darüber sein, aber ich habe es doch lieber warm, oder von mir aus kann es super-heiß sein.

Gestern habe ich nochmals ein herrliches marokkanisches Essen genossen. Ich werde verwöhnt und das tut so gut. Ich bin noch immer verwundert über die Offenheit die mir entgegengebracht wird. Der Islam in den Medien macht mir Angst. Was ich sehe und miterlebe wie Menschen ihren Glauben leben, dann habe ich keine Angst, sondern fühle mich wohl und bin dankbar soviel Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Demut zu sehen.
 
Ich bin ganz auf dem Marokko-Trip! Würde gerne sofort einen Flug nehmen um noch die letzten Tage des Ramadan mitzuerleben. Eine echte Medina würde ich gerne sehen und miterleben wie dort gelebt wird. Ich genieße eine Dokumentation nach der anderen auf YouTube. Bekomme nicht genug.
 
 
Diesen hier habe ich schon einige Male gesehen und so würde ich Marrakesch auch gerne erleben.

Herrlichen Erdbeeren haben es mir heute angetan. Ich habe 2 Kilo davon gekauft und kann es nicht und garnicht erwarten Abends davon zu naschen. A.-Alexandra